„Sie halten Ihre Gebäude in Schuss“

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Positiv bewertete Ralf von Dzwonkowski, Kommunalbetreuer bei der EWE Netz GmbH, den Energiebericht der Gemeinde Rastede, den er gestern im Bauausschuss vorstellte. Gerd Langhorst (Grüne) warnte davor, die Hände in den Schoß zu legen.

Von Britta Lübbers

Untersucht wurde der Energieverbrauch der gemeindlichen Liegenschaften – vom Rathaus über die Schulen bis hin zum Klärwerk – zwischen 2012 bis 2017. Die Gesamtkosten für Energie und Wasser lagen 2017 bei rund 820.000 Euro (brutto). „Die Kosten stiegen von 2012 bis 2013 an, sanken bis 2015 wieder und blieben anschließend konstant. Es handelt sich um eine insgesamt erfreuliche Entwicklung“, konstatierte Ralf von Dzwonkowski. Den höchsten Anteil am Gesamtpaket haben die Stromkosten der Gebäude mit 44 Prozent. Die Wärmekosten betrugen 2017 rund 37 Prozent.

Der Stromverbrauch nahm von 2016 bis 2017 um etwa sieben Prozent zu, sank im gesamten Beobachtungszeitraum aber um rund zwölf Prozent. „Diese Entwicklung ist vor allem auf die geringeren Stromverbräuche der Straßenbeleuchtung und des Klärwerks zurückzuführen“, heißt es im Bericht. In der Gemeinde Rastede wurde die Straßenbeleuchtung komplett auf LED-Technik umgestellt.

Die Co2-Emissionen gingen von 2012 bis 2016 um rund zehn Prozent zurück. „Hierfür sind hauptsächlich gesunkene strombasierte Emissionen verantwortlich“, ist in der Analyse zu lesen. Seit 2017 bezieht die Gemeinde Rastede Öko-Strom von der Energieversorgung Hildesheim GmbH (EVI).

Die Gebäude mit dem höchsten Wärmebedarf sind die Bücherei, die Turnhalle Wilhelmstraße und die Grundschule Wahnbek mit der Sporthalle. Den höchsten Stromverbrauch haben ebenfalls die Grundschule Wahnbek, die Grundschule Leuchtenburg und die KGS Wilhelmstraße. Den Hauptanteil bei den Gesamtkosten teilen sich das Hallenbad (158.072 Euro), die KGS Wilhelmstraße (94.192 Euro) und die Mehrzweckhalle Feldbreite (70.744 Euro).

Auffällig, was die Änderung bei den Verbrauchswerten betrifft, ist vor allem die Turnhalle Wilhelmstraße. Im Vergleich zum Vorjahr wurde hier 56 Prozent mehr Strom verbraucht. Beim Sportplatz Wapeldorf sind es 40 Prozent mehr Strom, bei der Grundschule Wahnbek 15 Prozent mehr Heizenergie und 22 Prozent mehr Strom.

Eine echte Erklärung für den Verbrauchsanstieg der Grundschule Wahnbek habe er nicht, sagte Ralf von Dzwonkowski. Bei der Turnhalle Wilhelmstraße handele es sich um ein altes Gebäude mit entsprechend hohem Energiebedarf.  „Die meisten Ihrer Liegenschaften sind aber komplett unauffällig“, betonte von Dzwonkowski. „So gut, wie Sie Ihre Gebäude in Schuss halten, wird man nicht viel herauskitzeln können.“

Hendrik Lehners (CDU) schlug vor, sich beim Thema Energiesparen mit anderen Kommunen auszutauschen. Stefan Unnewehr, Leiter des Geschäftsbereichs Bauen und Verkehr, machte auf das von der Gemeinde kaum beeinflussbare Nutzerverhalten aufmerksam. In den Schulpausen stünden auch im Winter viele Klassentüren offen. „Ist ja nicht mein Geld“, sei die Gedankenlosigkeit dahinter. „Sparkonzepte bringen nicht viel, wenn sich in den Köpfen nichts tut.“ Die neuen Technologien seien zudem zusätzliche Energiefresser. „Die Schulen werden – auch auf Ihren Beschluss – mit Rechnern, Beamern und Whiteboards ausgestattet. Der dadurch steigende Strombedarf ist durch LED-Lampen nicht zu kompensieren“, sagte Unnewehr.

Gerd Langhorst wies darauf hin, dass es nicht nur um den finanziellen Aspekt geht. „Wir wollen die Emissionen senken, weil wir etwas für das Klima tun müssen. Wir können uns nicht auf die Schulter klopfen und uns dann zur Ruhe setzen. Das wäre gefährlich.“ Seine Fraktion werde einen Antrag zum Klimaschutz einbringen, kündigte er an. „Der Klimabericht ist ein wichtiges Instrument. Alles andere wissen wir“, reagierte Rüdiger Kramer (SPD) leicht verschnupft.

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