Mehrheitsgruppe setzt sich durch

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Affront für die SPD: Statt Bürgermeister Lars Krause wählte der Gemeinderat Erich Bischoff (CDU) als Vertretung in den Aufsichtsrat der Ammerländer Wohnungsbaugesellschaft (AWG)

Von Britta Lübbers

Auch bei der Berufung in die Gesellschafterversammlung der Sozialstation Ammerland Wesermarsch ging der neue Bürgermeister leer aus – obwohl in den Vorjahren jeweils der Amtsinhaber als Rasteder Vertreter sowohl in den Aufsichtsrat der AWG als auch in die Gesellschafterversammlung der Sozialstation gewählt worden war. Hier machte jetzt Wolfgang Salhofen (CDU) das Rennen. Beide Wahlen wurden auf Antrag der SPD geheim durchgeführt – und es musste jeweils zweimal gewählt werden, weil die CDU-Kandidaten im ersten Wahlgang nicht die notwendige absolute Mehrheit aller Ratsmitglieder erzielt hatten. Im zweiten Durchgang reichte dann die einfache Mehrheit. Bei der Vertreterwahl für die AWG erhielt Erich Bischoff 16, Lars Krause 13 Stimmen. Bei der Wahl um die Vertretung innerhalb der Sozialstation bekam Wolfgang Salhofen 17, Lars Krause 12 Stimmen.

Auch Krauses ausführliches Statement, wie er seine Aufsichtsratsvertretung wahrnehmen werde, nutzte nichts. Er wolle gemeinsam mit der AWG dafür sorgen, dass mehr sozialer Wohnraum angeboten wird, erklärte Krause. „Das Thema will ich verstärkt einbringen und gemeinsam mit Ihnen gestalten. Es ist in den vergangenen Jahren deutlich zu kurz gekommen.“ Auch Erich Bischoff äußerte sich zu seiner Rolle. Er werde nach den Aufsichtsratssitzungen dem Rat Bericht erstatten, sagte er.

Deutlich angefasst reagierte Rüdiger Kramer (SPD) auf das Ergebnis. Seiner Ansicht nach sei der Bürgermeister für die Vertretungen gesetzt gewesen. „Die CDU hat ihre Niederlage bei der Bürgermeisterwahl nicht verkraftet“, ärgerte er sich. „Jetzt wollen Sie uns zeigen, wer die Harke in der Hand hat. Ihr Verhalten ist undemokratisch, es stößt mich ab.“

Er könne den Unmut verstehen, erklärte Gerd Langhorst (Grüne). Doch das Verfahren sei nicht undemokratisch, der Rat habe lediglich sein Wahlrecht wahrgenommen. Das meinte auch Hendrik Lehners (CDU). „Eine rechtliche Verpflichtung, den Bürgermeister entsenden zu müssen, besteht nicht.“ Der Rat sei berechtigt, einen Vertreter aus der Mehrheitsgruppe zu entsenden.

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