Redet miteinander!

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Seit Ende vergangenen Jahres sind Silvia Heinemann und Rainer Meining Schiedsleute der Gemeinde Rastede. In einem Pressegespräch ziehen die beiden ein rundum positives Resümee. Auf dem Ellernfest werden sie mit einem Info-Zelt vertreten sein.

Von Britta Lübbers

„In den vergangenen acht Monaten sind zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an uns herangetreten und haben um Unterstützung nachgefragt“, erklärt Silvia Heinemann. Viele Menschen wollten auch erst einmal wissen, was genau Schiedsleute so tun, ergänzt Rainer Meining, der offiziell Heinemanns Stellvertreter ist. Doch die beiden sehen sich als Team, das gemeinsam agiert.

Im Dezember hatten Heinemann und Meining ihre Arbeit aufgenommen. Zuvor waren sie vom Gemeinderat für fünf Jahre in ihre Ämter gewählt worden.

Schiedsfrauen und Schiedsmänner leisten einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden in der Gesellschaft. Städte und Gemeinden sind verpflichtet, Schiedsämter einzurichten. Für die Schiedspersonen besteht Amtsverschwiegenheit und Unparteilichkeit. Klassische Einsatzfelder sind Nachbarschaftsstreitigkeiten. Die Schiedsverhandlungen sind nicht öffentlich. Sie sollen die Amtsgerichte entlasten, die unter einer Flut von Verfahren ächzen. Jedes erfolgreiche Schiedsverfahren spart hohe Gerichtskosten.

Im Idealfall gelingt es den Schiedsleuten, die Konflikte bereits in so genannten „Tür und Angel-Gesprächen“ zu entschärfen. Einen Königsweg präsentieren sie aber nicht. „Wir können Ideen aufzeigen und vermitteln. Wir können dabei helfen, dass sich die Kontrahenten zuhören und ausreden lassen“, sagt Silvia Heinemann. Die gütliche Regelung jedoch müsse von den Streitparteien selbst gefunden werden.

Wenn die Vorabgespräche nicht fruchten, wird das gebührenpflichtige Schiedsverfahren eingeleitet. Jetzt treffen sich die Streitpersonen und die Schiedsleute im Rasteder Rathaus, wo ihnen ein Raum zur Verfügung steht. An diesem neutralen Ort gehen die Gespräche in die nächste Runde. Typische Streitfälle sind Belästigung durch Lärm, die Hecke des Nachbarn, die über das eigene Grundstück wächst oder Störungen durch Rauch, weil auf dem Nachbargrundstück der Grill angeworfen wurde. „Wenn die Streitparteien hereinkommen, geben sie sich oft nicht die Hand, schauen sie sich nicht einmal an“, wissen Heinemann und Meining aus Erfahrung. Nach dem Treffen im Rathaus blickten sich die meisten wieder in die Augen und reichten sich die Hände. „Das ist dann ein erster Erfolg“, sagt Silvia Heinemann. Die 57-Jährige war Betriebsrätin bei einem Energieunternehmen, wo sie profunde Erfahrungen mit kontroversen Diskussionen gesammelt hat. Rainer Meining (69) war in der Wirtschaft tätig. Sowohl Heinemann, die im Vorruhestand ist, als auch Meining wollten nach dem Arbeitsleben „etwas Sinnvolles tun“. Als Schiedsleute haben sie ihre Bestimmung gefunden. Sie empfinde es als wertvoll, helfen zu können, benennt Silvia Heinemann ihre Motivation. „Redet miteinander“, das ist Rainer Meinings Credo.

Hilfreich sei die gute Kooperation mit der Gemeinde, unterstreichen beide. Auch ihre Fortbildungen, die von der Gemeinde finanziert werden, seien eine wertvolle Unterstützung.

Auf dem Ellernfest möchten die beiden sich und ihre Arbeit vorstellen. In einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Zelt geben sie interessierten Bürgerinnen und Bürgern gerne Auskunft. Auch ein Flyer informiert über die Arbeit der Schiedsleute.

Ihre Kontaktdaten sind: Silvia Heinemann, Tel. 04402 / 83649; E-Mail: silvia.heinemann@schiedsfrau.de.

Rainer Meining, Tel. 04402 / 1581; E-Mail: rainer.meining@schiedsmann.de.

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