Abschied von „überragender Regionalhistorikerin“

Am 10. Mai ist die langjährige Leiterin des Rasteder Gemeindearchivs, Margarethe Pauly, im Alter von 80 Jahren gestorben. Für ihren unermüdlichen Einsatz um die Bewahrung regionaler Geschichte wurde sie 2016 mit dem Niedersächsischen Verdienstorden geehrt.

Von Britta Lübbers

Landrat Jörg Bensberg, der die Auszeichnung vor drei Jahren überreichte, würdigte Margarethe Pauly in der damaligen Feierstunde als überragende Regionalhistorikerin, die sich mit Spürsinn und grenzenlosem Engagement für die kulturelle Identität des Oldenburger Landes eingesetzt habe. Seit 1990 hatte Margarethe Pauly das Gemeindearchiv Rastede ehrenamtlich geleitet.

Die 1938 geborene Rastederin stammt aus einer Familie, die seit dem Mittelalter im Oldenburgischen ansässig ist. Zunächst aber zog es sie in die Ferne. Nach ihrem Geschichtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg unterrichtete sie fünf Jahre an der deutschen Auslandsschule in Chile. Lokale Geschichte habe sie lange nicht interessiert, bekannte sie freimütig. Aber als sie aus Chile zurückkehrte, habe sie Rastede mit anderen Augen gesehen. Es sei ihr bewusst geworden, welch bedeutende Rolle das Haus Oldenburg für Europas Historie gespielt hat.

Im Rasteder Archivboten machte sie Geschichte nachvollziehbar. Mit Akribie erarbeitete sie Stammtafeln der Oldenburger Grafen und Herzöge und recherchierte über das Schicksal der Sophie Eleonore von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck, von der außer der Inschrift auf dem Sarkophag in der Krypta so gut wie nichts bekannt war.

Ende Mai wollte Margarethe Pauly ihren neuen Band aus der Reihe „Oldenburger Forschungen“ vorstellen. Sie war auf Handschriften mit Erinnerungen von Gottlieb Bosse gestoßen, Sohn des Hofgärtners Christian Ludwig Bosse, der die Anlage des Oldenburger Schlossgartens geleitet hatte.

Als „riesigen Verlust für Rastede“ bezeichnete Dr. Friedrich Scheele, Projektentwickler bei der Residenzort Rastede GmbH, den Tod von Margarethe Pauly. Die Gemeinde Rastede würdigte den großen Einsatz der Verstorbenen. Sie habe vielen Menschen die Geschichte Rastedes und des Oldenburger Landes nahe gebracht.

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