Anreize für Ärzte auf dem Land bieten

Die CDU-Fraktion Rastede möchte, dass der Landkreis Ammerland Fördermöglichkeiten prüft, um Praxisgründungen im ländlichen Raum attraktiver zu machen

Von Britta Lübbers

Hintergrund ist, dass die Hausarztpraxis in Hahn-Lehmden zum Ende des Monats schließt und bisher kein Nachfolger gefunden wurde (wir berichteten). Antragstellerin Susanne Lamers möchte zudem prüfen lassen, ob es möglich ist, Medizinstudenten, die im Anschluss an ihr Studium einen Arztsitz im Ammerland übernehmen wollen, durch ein Stipendienprogramm des Landkreises zu unterstützen.

„Die medizinische Versorgung ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge“, schreibt Lamers in ihrer Begründung. Die hausärztliche Grundversorg sei aber auch in Teilen des Landkreises gefährdet.

Bis 2020 werden deutschlandweit rund 50 000 Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen, so Lamers weiter. „Jeder zweite Allgemeinmediziner ist schon jetzt über 55 Jahre alt. Es fehlen derzeit bundesweit rund 3600 Ärzte, die meisten davon in Niedersachsen.“

Lamers verweist auch auf das 2012 in Kraft getretene GVK-Versorgungsstrukturgesetz, das eine wohnortnahe Versorgung und eine flexible Vergütung für Ärzte sichern soll. „Eine flächendeckende Versorgung ist aber noch nicht gewährleistet, da junge Ärzte lieber in urbanen Ballungsräumen praktizieren“, so Lamers. Sie weist darauf hin, dass mehrere Landkreise, z.B. Cloppenburg, Leer und Emsland, ideelle und finanzielle Förderprogramme anbieten, um junge Ärztinnen und Ärzte an den ländlichen Raum zu binden.

Eine ideelle Förderung lasse sich im Ammerland mit dem Bundeswehrkrankenhaus, der Ammerland-Klinik und der Karl-Jaspers-Klinik realisieren, schlägt Lamers vor. Die finanzielle Förderung wäre über allgemeine Steuermittel und gegebenenfalls über Förderer möglich.

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

 

 

Teilen und posten