Im Vollrausch gegen die Wand

Junge Fahranfänger der KGS Rastede erlebten im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen zur Verkehrssicherheit wie es ist, unter Alkoholeinfluss mit dem Auto zu fahren

Von Holger Fraas

Da hat Julius Quathamer gerade noch einmal Glück gehabt. Während er mit seinem Fahrzeug unsicher durch die Stadt fährt, taucht auf einmal ein Kind auf und rennt hinter einem Auto hervor. Kurz darauf kann er das Lenkrad nicht mehr gerade halten, er gerät mit seinem Wagen ins Schlingern, rutscht von der Fahrbahn über den Gehweg und fährt frontal gegen eine Hauswand.

Eigentlich wäre das Auto jetzt Totalschaden, Julius wäre schwer verletzt. Aber er steigt zum Glück ohne Blessuren aus dem Fahrzeug. Der Wagen, ein kleiner Smart, steht tatsächlich im Forum der KGS Rastede vor einer Leinwand und hat sich während der gefährlichen Fahrt nicht von der Stelle gerührt. Trotzdem ist Julius ziemlich beeindruckt. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so gefährlich ist, mit Alkohol Auto zu fahren“, gibt der Elftklässler zu. Er werde sich jedenfalls nicht alkoholisiert ans Steuer setzen, wenn er seinen Führerschein hat, verspricht er.

Und genau darum geht es bei der bundesweiten Aktionswoche zur Verkehrssicherheit des Bundes gegen Alkohol und Drogen am Steuer (BADS): aufzuzeigen, wie Alkohol wirkt, und welche Folgen er am Steuer eines Pkw haben kann. Die Landessektion Niedersachsen des gemeinnützigen Vereins war dafür jetzt in der KGS Rastede zu Gast.

Der deutschlandweit aktive Bund hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem junge Leute über die Gefahren von Trunkenheit am Steuer aufzuklären, denn gerade diese unterschätzen oft das Problem und überschätzen ihre Fahrkünste. Im Fahrsimulator erlebten die Schüler sehr konkret und realitätsnah die Auswirkungen des Alkoholeinflusses und die sich daraus ergebenden Gefahren. Angeleitet von Rainer Röper, Referent und Instrukteur des Fahrsimulators, konnten an dem mobilen Gerät mit Fahrersitz und Bedienelementen verschiedene Parameter, wie z. B. Promillewert, eingestellt werden. Diese Veränderungen simulieren eine verlangsamte Reaktionszeit und führen zum sogenannten Tunnelblick, einer Einengung des Sichtfelds des alkoholisierten Fahrers.

Zum Abschluss erhielt jeder Schüler ein Protokoll, das die Anzahl der von ihm während der Testfahrt verursachten Verkehrsverstöße, der Gefahrensituationen und der Unfälle enthielt – Gott sei Dank nur in der digitalen Welt der Simulation und nicht in der Realität.

Die zentrale Botschaft der Aktion: Alkohol und Drogen im Straßenverkehr sind nicht sexy, sondern töten. Und eine einfache Lösung, mit der viele Unfälle vermieden werden könnten, lautet: Wer fährt, trinkt nicht. Wer trinkt, fährt nicht.

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