Auf der Suche nach Fördertöpfen

SPD-Bürgermeisterkandidat Lars Krause spricht mit dem VfL-Vorstand über die Finanzierung des geplanten Neubaus

Von Kathrin Janout

„Eigentlich geht es doch rein um die Finanzierung“, sagte Lars Krause an den VfL-Vorstand gewandt, nachdem er sich die Pläne für die neue Sporthalle genauer angesehen hatte. „Mit der Idee an sich werden Sie ja überall offene Türen einrennen.“ Ja, es gebe viele Befürworter, antwortete Vorstandssprecher Dirk Hillmer, fügte aber sogleich hinzu: „Nur macht keiner das Portemonnaie auf.“

Rund zwei Millionen Euro würde der Bau einer neuen Sporthalle kosten, die auf einer Fläche hinter dem VfL-Sportforum errichtet werden könnte. „650 000 Euro würden wir selbst aufbringen, dazu kommen verschiedene Förderungen. Unter anderem 20 Prozent des Investitionsvolumens von der Gemeinde, wie es in der Richtlinie zur Förderung der Vereinsarbeit in Rastede steht. Letztlich fehlen dann ca. 900 000 Euro“, rechnete Hillmer vor. „Der VfL braucht diese Halle, der Bedarf ist da.“ Es sei schließlich wichtig, dass das Angebot mit der Gemeindeentwicklung mitwachse, betonte auch VfL-Geschäftsführerin Silke Brötje. Ebenso wie Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen müsse der Sportverein sein Angebot zahlenmäßig und von der Qualität her anpassen. „Besonders in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Gesundheitssport.“ Die Kinderturngruppen seien völlig überfüllt, berichtet Brötje aus dem VfL-Alltag. Es gebe lange Wartelisten. Und im Bereich Gesundheitssport und Prävention könne so manches gar nicht erst angeboten werden, weil Hallenkapazitäten fehlten. Dabei nehme die Nachfrage hier stark zu. Einige Gruppen trainierten zurzeit in der alten Halle Wilhelmstraße. Diese sei aber energetisch gesehen problematisch und könne für Gesundheitssport nicht ganzjährig genutzt werden. Vom Bau einer neuen Halle würde letztlich auch die KGS profitieren, so Brötje weiter. Die Schule klage ebenfalls über Platzmangel für verschiedene Angebote.

Es müsse Entwicklung stattfinden, stimmte Krause zu, „aber es muss auch finanzierbar sein“. Der SPD-Bürgermeisterkandidat hatte sich deshalb bereits im Vorfeld des Gesprächs, um das er den VfL-Vorstand nun gebeten hatte, nach Ideen zur Finanzierung umgehört, jedoch bisher nichts Geeignetes entdeckt. Er werde weiter mit den Abgeordneten auf Landes- und Bundesebene sprechen, um nach Fördertöpfen zu suchen, versprach Krause. Trotzdem wolle er keine falschen Erwartungen wecken. Dass ein Bedarf für die neue Sporthalle bestehe, verstand er aber. „Welcher Verein ist denn bitteschön bereit, so viel Geld in die Hand zu nehmen, wenn der Bedarf nicht da wäre?“, so Krause. Deshalb könne die Gemeinde in diesem Fall auch nicht weggucken, betonte Dirk Hillmer. Sie müsse stattdessen sagen: „So günstig kommen wir nicht mehr an eine neue Halle!“

 

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