Hafenliebchen und imaginäre Feuerzeuge

Mit Irish Folk vom Feinsten krönte die charismatische Gruppe Hot Asphalt am Samstag den lauen Sommerabend im Palais

Von Ursula von Malleck

Der Grund für die Begeisterung, die das Trio entfacht, ist nicht nur die irische Musik, die ja an sich gute Laune verbreitet, nicht nur die hohe musikalische Qualität und das perfekte Beherrschen von Gitarre (Michael Chill), Harmonium und Fiddle (Marcus Lenggenhager) von Tin Pipe, Dudelsack, Percussion, Kajon, der irischen Rahmentrommel Bodhran und diversen Kleininstrumenten (Marc zum Sande), es ist das Charisma jedes einzelnen Musikers, das Beststimmung erzeugt. Gekrönt wird das Ganze durch die markant knarzende Singstimme des Mannes mit der Schiebermütze, Michael Chill, der die vorher erklärten Texte in typisch irischem Slang so rasend schnell herunter nuschelt, dass ein Simultanübersetzer nicht mitkommen würde.

Das Rasteder Publikum sang und klatschte rhythmisch mit, wo immer sich eine Gelegenheit bot, und beim hier fünf Strophen umfassenden What shall we do with the drunken Sailor (mit einem unglaublich vielseitigen Cajon-Solo von Marc zum Sande) rastete das Publikum fast aus. Bei Round the Corner Sally erfuhren die Gäste, dass die Seeleute früher ihre Hafenliebchen je nach Kontinent benannten, sie in Nordamerika Mary und in der Karibik Sally hießen. Und als die Schiffe um Cap Hoorn herumsegelten, waren die Damen dort eben die „Round the Corner Sallys“. Ja, auch getanzt hätte so manch einer gerne, doch stattdessen wurden beim offiziellen Abschiedslied Amazing Grace viele imaginäre Feuerzeuge geschwenkt.

Hartmut Jacob vom Kunst- und Kulturkreis Rastede kündigte abschließend die nächste Veranstaltung nach der Sommerpause an. Am 19. August wird das Thüringer Damen Salon Trio „Klatschmohn“ mit Sousaphon, Piano und Violine für ein besonderes Klangerlebnis von Jazz, Ragtime, Swing und Jiddischen Liedern sorgen.

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