A20-Gegner prüfen Klage

Der Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt der Küstenautobahn von Westerstede bis Jaderberg liegt vor. Die Autobahngegner kündigen an, nicht aufzustecken.

Von Britta Lübbers

Anfang der Woche erging der Beschluss für den ersten Bauabschnitt durch die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die Küstenautobahn soll vom Ammerland durch den Wesertunnel bis zur Elbe führen. Die Landesregierung, die das Projekt vorantreibt, reagierte erfreut. Die Befürworter der umstrittenen Autobahn begrüßen die Trasse, weil sie für den europäischen Reise- und Wirtschaftsverkehr von großer Bedeutung sei und zudem eine verbesserte Hinterlandanbindung der Seehäfen gewährleiste. In den kommenden Tagen werden die 14 betroffenen Kommunen informiert. Bis zum 16. Mai liegen hier die Pläne zur Einsicht aus, die Klagefrist endet am 18. Juni.

Der „Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die A20“ kündigt weiteren Widerstand an. „Jetzt liegt nach 15 Jahren Planung gerade mal der Planfeststellungsbeschluss für einen einzigen von insgesamt acht A20-Abschnitten vor“, heißt es in einer Stellungnahme der Gruppe. Es stimme bedenklich, „dass mit der A20 das umweltschädlichste Projekt des gesamten Bundesverkehrswegeplans ausgerechnet eine Urlaubsregion in Niedersachsen zerstören soll.“ Für die Hinterlandanbindung sei die Autobahn nutzlos. „Mehr noch: Sie wird den Häfen schaden, weil sie die Güter ausgehend von Rotterdam über Land an den hiesigen Seehäfen vorbeiführen wird. Für Europa ist die A20 ohnehin bedeutungslos.“

Der Koordinationskreis teilt mit, den Planfeststellungsbeschluss gründlich prüfen zu wollen und sich gegebenenfalls auf eine Klage vorzubereiten.

Scharfe Kritik kommt auch vom Kreisverband der Grünen im Ammerland. „Die A20 hat allein im Agrarland Niedersachsen einen Flächenbedarf von rund 4745 Hektar und bedroht insgesamt 1894 Hektar unzerschnittene Räume“, heißt es in einer aktuellen Resolution. Dies habe nicht nur Auswirkungen auf Tourismus und Landwirtschaft, sondern bedeute auch Lebensraumverluste, u.a. für Fledermäuse. Auch befürchten die Grünen, dass der Boden für die Trasse nicht ausreichend stabil ist. In weiten Teilen des A20-Gebiets sei der Untergrund „nass wie ein vollgesogener Schwamm“, darunter lagere „nicht tragfähiges Hochmoor auf Kleischichten mit der Konsistenz von Wackelpudding“. Die Bilanz der Grünen: „Die A20 würde alte, klimafeindliche Mobilitätskonzepte betonieren, letzte unzerschnittene Naturräume in Niedersachsen zerstören und das für den Ausbau gemeinschaftlich genutzter Mobilitätsketten so dringend nötige Steuergeld sinnlos verschwenden.“

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