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Realistisches Szenario alarmiert Anwohner

Aus einer Halle an der August-Brötje-Straße stieg Rauch auf. Anwohner alarmierten die Polizei. Der Rauch aber war eigentlich nur Teil der Vorbereitungen zu einer großangelegten Feuerwehrübung.

Von Anke Kapels

Die Möglichkeit, Übungen mit allen Wehren der Gemeinde gleichzeitig durchzuführen, ist selten. Michael Sprenger, Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Rastede und Mitarbeiter der Firma August Brötje GmbH, erkannte die Möglichkeiten, die sich in den Hallen, die demnächst auf dem Gelände an der August Brötje-Straße abgerissen werden sollen, für eine solche Übung ergeben könnten. In Absprache mit seinem Arbeitgeber arbeitete er eine Übung aus, zu der alle Wehren der Gemeinde heute Abend alarmiert werden sollten.

Zum Aufbau einer Wasserversorgung wurden über 1000 Meter Schlauch verlegt | Foto: Kapels [1]

Zum Aufbau einer Wasserversorgung wurden über 1000 Meter Schlauch verlegt | Foto: Kapels

Doch es kam anders. Um den Feuerwehrkräften ein Szenario zu bieten, dass so realistisch wie möglich ist, war in die Hallen Disco-Nebel geblasen worden. Dieser wurde von Anwohnern gegen 17.20 Uhr bemerkt und bei der Polizei gemeldet. Über diesen Weg wurde dann die Feuerwehr alarmiert. „Eigentlich sollte die Alarmierung der Rasteder Wehr erst ab 18.05 Uhr erfolgen und dann sollten alle weiteren Gemeindewehren nachalarmiert werden. So war es mit der Großleitstelle Oldenburg abgesprochen“, sagte Michael Sprenger, der von dem frühen Einsatz seiner Kameraden überrascht wurde. Trotzdem wurde das von ihm erarbeitete Szenario mit einem Lagerhallenbrand und – wie sich im Verlauf des Einsatzes herausstellte – zehn vermissten Personen „abgearbeitet“. Um die etwa 110 Feuerwehrleute, die mit 17 Fahrzeugen angerückt waren, nicht in ihrer Arbeit zu behindern, war kurzfristig die August-Brötje-Straße vom Bahnübergang bis zur Raiffeisenstraße gesperrt worden. „Im Vordergrund der Übung stand der Aufbau einer Wasserversorgung und der Einsatz unter schwerem Atemschutz“, erklärte Sprenger.

Einsatz unter schwerem Atemschutz wurde vorrangig geübt | Foto: Kapels [2]

Einsatz unter schwerem Atemschutz wurde vorrangig geübt | Foto: Kapels

„Hier in den Hallen können wir zeigen, was wir können“, sagte Gemeindebrandmeister Erwin zum Buttel im Vorfeld der Übung. Es waren Türen zugeschweißt worden, Rohre verbogen und die Szenerie so hergerichtet, dass alle Rettungsmittel zum Einsatz kamen. Da die Hallen bald abgerissen werden, durfte die Feuerwehr dort auch untypisches schweres Gerät einsetzen. Plasmaschneider, Schneidbrenner, Flex, Säge und Brechstange – die Feuerwehrleute konnten aus dem Vollen schöpfen. „Diese Einsatzübung wurde erst durch das Entgegenkommen der Firma August Brötje GmbH möglich“, bedankte sich Christian Ammermann. Der Rasteder Ortsbrandmeister war an diesem Abend Einsatzleiter und koordinierte den Großeinsatz.