Zeichnung trifft auf Ölbild

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BUSCHwerke heißt der schöne Titel einer vielseitigen Schau, die am Sonntag im Palais Rastede eröffnet wird. Gezeigt werden Zeichnungen von Wilhelm Martin Busch (1908-1987) und Malerei seiner Enkelin Sofie Busch.

Von Britta Lübbers

Wilhelm Martin Busch war einer der bedeutendsten Zeichner des 20. Jahrhunderts. Er illustrierte die Klassiker der Literatur und gab an Fachhochschulen in Berlin und Hamburg Zeichenunterricht. Früh gefördert wurde er durch seinen Vater, den Porträt- und Landschaftsmaler Arnold Busch. Dessen Urenkelin Sofie Busch steht in Jeans und T-Shirt im Palais und packt ihre mitgebrachten Bilder aus. Sie ist aus Hamburg gekommen, wo sie lebt und arbeitet. Noch wirken die Räume wie vor einem Umzug, aber morgen schon soll die Hängung abgeschlossen sein; am Sonntag wird die Ausstellung um 11.15 Uhr eröffnet. Die Einführung hält die Kunsthistorikerin Dr. Friederike Weimar.

Sofie Busch stammt aus einer Künstlerfamilie, fast schon einer Künstlerdynastie. „Aber ja“, antwortet sie auf die Frage, ob ihr Großvater sie beeinflusst hat. Sie schildert einen engagierten Mann, der seiner Profession mit Herzblut nachging. Als Schülerin hat sie bei ihm Abendkurse im Aktzeichnen besucht, jetzt gibt sie selbst Unterricht. „Ich galt als talentiert, und es war schnell klar, dass ich Illustration studieren würde.“ Aber während des Studiums sei ihr mehr und mehr bewusst geworden, dass sie für das erzählende Genre der Illustration „nicht wirklich brennt“. Gebrannt hat sie dann für Stillleben und Landschaften in Öl – „das ist mein Medium“, erklärt sie und fügt hinzu: „Ich begeistere mich für das Prinzipielle.“

Sofie Busch hat ihre Malerei aus den traditionellen Bezügen gelöst, das macht sie so spannend. „Mir gefällt es, wenn ein Thema offen bleibt“, betont sie. „Ich mag es, wenig zu erzählen, lakonisch zu sein.“ Mehr und mehr widmet sie sich dem Abstrakten, auch diese Werke zeichnen sich durch Zurückhaltung und Reduktion aus.

In der Ausstellung ist auch ein Zyklus mit ihren Zeichnungen zu sehen. „Diese Bilder sind wie eine Klammer zwischen meinem Großvater und mir“, lächelt die Künstlerin.

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