Das Leibniz-Trio mit Hwa-Won Rimmer (Violine), Lena Wignjosaputro (Violoncello) und Nicholas Rimmer (Klavier) ist sowohl beim Deutschen Musikwettbewerb 2010 als auch beim internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb mit dem ersten Platz ausgezeichnet worden. Seitdem hat das Trio viele weitere Ehrungen und Preise erhalten. Das junge, multikulturelle Ensemble begeisterte die Besucher von Anfang an. Mit liebenswertem Charme und scheinbar selbstverständlicher Leichtigkeit präsentierten sie ihr musikalisches Können, ihr Spiel voller Leidenschaft und Elan, harmonisch perfekt miteinander und traumwandlerisch sicher aufeinander abgestimmt. Das Konzert begann mit dem Klaviertrio op. 49 in d-Moll (komp. 1839) von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das zweifellos zu den populärsten Werken des Komponisten gehört.
Im ersten Satz übernimmt dabei das Cello die Vorstellung der zwei Hauptthemen, die dann im Verlauf des Satzes von der Violine und dem Klavier übernommen und erweitert werden. Später im 2. Satz wird vom Klavier begonnen, thematisch von der Violine aufgenommen und vom Cello weiter ausgelegt und im Wechselspiel der Instrumente vertieft. Unverkennbar zeigt sich im dritten Satz die spielerische Leichtigkeit, die Mendelssohn-Bartholdy schon in der Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“ erklingen ließ. Im Finale finden sich dann alle musikalischen Nuancen zu einer starken, sich rhythmisch steigernden kompositorischen Einheit zusammen. Auf den zweiten Programmpunkt bereitete Nicholas Rimmer die begeistert applaudierenden Zuhörer vor: „Sie werden jetzt das Gegenteil dieser fröhlichen, euphorischen Darbietung erleben. Das für uns von Johannes Fischer komponierte Werk ‚Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit’ – nach einem Zitat von Rainer Maria Rilke – ist viel ruhiger und fordert Ihre Vorstellungskraft. Aus einer Spirale, die Sie sich denken sollten, fallen durch einen Sog einzelne Sterne zur Erde.“ Diese ungewöhnliche Musik mit ihren leisen fragilen Tönen von unschuldiger Schönheit, mit rhythmischen Elementen, die sich langsam verdichten, zog das Publikum deutlich in seinen Bann, was die Musiker sichtlich freute. Nach der folgenden Pause faszinierte das Leibniz-Trio mit scheinbar leichter perfekter Technik, in der selbst schwierigste Passagen auf den Instrumenten eingespielt wurden. Dafür zeigte sich die Musik von Franz Schubert – Trio für Klavier, Violine und Violoncello in B-Dur op. 99 – mit seinen unterschiedlichen Anforderungen an die Musiker bestens geeignet. Ein wunderbar vorgetragenes Musikereignis, für das sich die Gäste mit frenetischem Applaus bedankten. Die jungen Musiker ließen sich dann auch nicht lange bitten und spielten von Astor Piazzola aus seinem Werk „Die vier Jahreszeiten“ den Tango „Herbst in Buenos Aires“.
Wenn es nach den Gästen gegangen wäre, hätte der Abend noch lange so weiter gehen können. Dr. Gundolf Bininda zeigte sich hoch erfreut über den gelungenen Abend und über den Erlös des Konzerts, der es dem Lions Club erneut ermöglicht, sein großes ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Bereichen weiter zu verfolgen. |