Wie viele Tropfen passen auf ein Cent-Stück?

OOWV feierte 70-jähriges Bestehen mit Shows und Experimenten rund ums Wasser. Die Veranstaltung in Nethen war der Auftakt zum Jubiläumsjahr.

rr | Knall-Effekte, Musik und Wissenswertes über Trinkwasser lassen sich gut vereinen. Das stellte am Wochenende der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) mit seinem Tag der offenen Tür im Wasserwerk Nethen unter Beweis. Mehr als 1500 Besucher nutzten die Gelegenheit, mehr über das wichtigste Lebensmittel zu erfahren. Anlässlich seines 70-jährigen Bestehens bot der OOWV unter dem Motto „Dein TrinkWasser – unsere Leidenschaft“ Shows, Führungen und Informationsstände auf dem Werksgelände.

„Wir öffnen gern unsere Türen, um zu zeigen, wo das Trinkwasser herkommt, wie wertvoll es für die Entwicklung einer Region ist und was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich mit viel Leidenschaft leisten, um diese hohe Qualität dauerhaft zu erhalten“, sagte Verbandsvorsteher Sven Ambrosy zur Eröffnung. Auch Geschäftsführer Karsten Specht freute sich über den großen Zuspruch: „Das ist ein gelungener Auftakt für eine ganze Reihe an Aktionstagen, die wir im Verbandsgebiet in den kommenden Monaten veranstalten werden. Es sind so viele Menschen gekommen, wie wir uns das gewünscht hatten.“

Die Mischung aus Wissen, Unterhaltung und Kinderprogramm kam an. Schon die Zelte machten weithin sichtbar, worum es an diesem Tag ging: Wie Wassermoleküle reihten sie sich auf dem Gelände aneinander. Kinder versuchten sich an einem Wasserkraftwerk und erkundeten den Lehrpfad am Wasserwerk. In einem „Labor“ experimentierten sie – ganz wie die Profis mit Schutzbrillen ausgerüstet – mit Wasser. Eine ihrer Aufgaben: Anhand der Oberflächenspannung von Wasser galt es herauszufinden, wie viele Tropfen auf ein Cent-Stück passen. Ein Höhepunkt war der Auftritt der „Physikanten“, die das Publikum mit ihrer H2O-Show verblüfften. In Experimenten machten sie anschaulich, wie Schwerkraft auf Wasser wirkt und ließen Fässer implodieren. Beeindruckend auch der Auftritt von DJ Kymat, der mit Hilfe von Tönen und Klängen geometrische Formen erzeugte. An Foodtrucks und der OOWV-Trinkwasserbar konnten sich die Besucher stärken.

Die Trinkwasserbar stand bei fast sommerlichen Temperaturen hoch im Kurs

Das Wasserwerk in Nethen wurde 1994 in Betrieb genommen. Fünf Mitarbeiter kümmern sich im um den reibungslosen Betrieb von Pumpen und Maschinen sowie um die Qualitätsüberwachung. Viele Besucher staunten während der Werksführungen, wie naturnah das Grundwasser zu Trinkwasser aufbereitet wird. „Durch eine Belüftung entfernen wir Kohlensäure, die ganz natürlich im Grundwasser enthalten ist, sich aber in den Versorgungsnetzen nicht gut machen würde“, erläuterte OOWV-Anlagenkoordinator Karsten Schröder. Filter entziehen Eisen und Mangan, abschließend wird der PH-Wert eingestellt. Karsten Schröder räumte auch einen verbreiteten Irrglauben aus: „Unser Wasser ist von so herausragender Qualität, dass es nicht gechlort werden muss. Damit das so bleibt, engagieren wir uns mit vielen Partnern intensiv im vorbeugenden Grundwasserschutz.“

Der OOWV wurde am 14. Juli 1948 von den Landkreisen Wesermarsch, Friesland und Wittmund gegründet. „Ziel war es, in der Nachkriegszeit gleiche Lebensbedingungen auf dem Land und in den Städten herzustellen“, erläuterte OOWV-Regionalleiter Jens de Boer. Vor allem in der Wesermarsch, die wegen des versalzten Grundwassers keine eigene Trinkwasserversorgung aufbauen konnte, herrschte große Wassernot. Der Solidaritätsgedanke, der dem OOWV zugrunde liegt, trägt bis heute: Regionen, die sich nicht ausreichend selbst mit Trinkwasser versorgen können, werden aus benachbarten Wasserwerken unterstützt.

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband zählt inzwischen zu den zehn größten Wasserversorgern in Deutschland. Er betreibt 15 Wasserwerke und im Bereich der Abwasserentsorgung 46 Kläranlagen. Der Wasserverband gehört mit mehr als 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den wichtigen Arbeitgebern im Nordwesten.

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