Gebrochene Idylle mit Krokodil

„vom Holz“ heißt die Gemeinschaftsschau, die am kommenden Sonntag, 11. März, im Palais Rastede eröffnet wird. Noch bis zum 21. Mai zeigen die Holzbildhauer Ulrike Gölner, Klaus Hack, Reinhard Osiander, Ilka Rautenstrauch und Lothar Seruset ihr Können.

rr | Ulrike Gölner (Bremen): Nach ihrem Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Künste führten sie Stipendien und Arbeitsaufenthalte in die Niederlande, nach Großbritannien und Frankreich. 2016 erhielt sie den 1. Preis der Jury im Skulpturenpark Walldorf bei Frankfurt. Die in der Ausstellung gezeigten „Figuren“ stellen eine Formengruppe unter den sonst abstrakten Arbeiten der Künstlerin dar. Die Natur und organische Formen bilden das Vorbild für die Arbeit, die aber durch ihre stilisierte Form und geschliffene Glätte eine Auseinandersetzung herausfordern.

Klaus Hack (Seefeld/Brandenburg): Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und anschließend an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er als Meisterschüler abschloss. Für sein Werk erhielt Klaus Hack u.a. den Kunstpreis des Landes Brandenburg. Seine weiß gefärbten Arbeiten wirken archaisch, die Körper sind voluminös, die Köpfe oft gesichtslos. In der Architektur seiner Werke sind die Themen des menschlichen Strebens und des Scheiterns angelegt.

Reinhard Osiander (Bremen): Nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer studierte er an der Hochschule für Künste in Bremen. Sein Werk wurde u.a. mit dem Deutschen Holzkunstpreis ausgezeichnet. Reinhard Osiander schafft lebensgroße Gestalten, die er oft zu Gruppen wie auf einer Bühne ordnet. Erinnerungen an die Kindheit werden wach: ein Kaspar, ein Krokodil und ein Cowboy, eine Familie mit Hund und Tiere aus der ländlichen Idylle. Doch diese Idylle wird vom Künstler immer wieder gebrochen.

Ilka Rautenstrauch (Oldenburg/Bremen): Nach dem Studium der Innenarchitektur an der Fachhochschule in Hannover absolvierte Ilka Rautenstrauch an der Fachhochschule Ottersberg ein Studium der Kunstpädagogik. Sie war an mehreren Bildhauersymposien beteiligt. Ihre Figuren sind vor allem Akte und Halbakte. Während an Sockeln und Kleidungsstücken noch Spuren der Kettensäge sichtbar bleiben, stellen sich die zierlichen Oberkörper mit ihrer hautähnlichen Oberfläche sehr fein geschliffen, weich und geschmeidig dar.

Lothar Seruset (Fehrbellin/Brandenburg): Er studierte an der Hochschule der Künste Berlin. Nach dem Studium erhielt er u.a. das Karl-Hofer-Stipendium Berlin. Lothar Seruset nahm an mehreren Bildhauersymposien teil und war mit seinen Arbeiten auf Kunstmessen, in Galerien und Museen beteiligt. Er präsentiert erstaunliche, ja artistische Positionen. Figuren balancieren mit ernster Miene auf Kugeln, stehen auf dem Rücken von Tieren und stemmen dabei die Last von Häusern. Das, was das gewählte Baumstück für die gewagten Konstruktionen nicht hergibt, fügt der Künstler hinzu.

Die Ausstellung wird um 11.15 Uhr eröffnet, die Einführung hält Dr. Rainer Beßling, Kunstkritiker und Kulturjournalist aus Syke. Musik am Klavier macht Joe Dinkelbach.

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