Reichlich Wirbel um tote Tuppertante

„Neurosige Tieden“ der Speelkoppel Wahnbek hatte Premiere auf Gut Wahnbek. Das rasant-witzige Stück ist noch an sechs Aufführungsterminen zu erleben.

Von Ursula von Malleck

Ach du liebe Zeit, Mutter kommt zu Besuch! Was im normalen Leben oft schon zu hektischer Aktivität führt, löst in der Wohngruppe der Psychiatrie die helle Panik aus. Agnes Adolon, die Hotelerbin (Heike Klar), wurde wegen ihrer Sexsucht gerichtlich hier eingewiesen – und nun kommt Mutter, die denkt, ihr erfolgreiches Töchterchen würde in einer Villa residieren. Da bleibt nur eines: Alle müssen zusammenhelfen und Agnes Mutter ein normales Lebens vorgaukeln. Alle, das sind der überkorrekte Hans, (Dr. Marc Volkmann), der unsichere Stotterer Willi (Bouwe Kleiwerd), der manisch depressive Künstler Dennis (Karl-Heinz Wemken) und die liebenswerte Stalkerin Marianne (Tanja Bruns), die in dem Wahn lebt, der berühmte Volksmusikstar „Hardi Hummer“ würde nur sie lieben. Als Agnes gerade im Keller ist, taucht eine Tuppertante (Lena Oeding) auf, die nicht nur für Agnes Mutter gehalten, sondern auch noch versehentlich von „Willi“ erschlagen wird – ausgerechnet von Willi! Als die überfröhliche, stets bastelwütige Ergotherapeutin Rita (Sandra Lange) ins Zimmer stürmt, wird die an die Wand gelehnte Leiche flugs als Willis Freundin deklariert. So nimmt der reale Irrsinn seinen Lauf.

„Neurosige Tieden“ ist ein herrlicher Spaß, bei dem alle Darsteller so köstlich und lebensecht mit ihren Charakteren verwachsen, dass man fast vergisst, dass alles nur Theater ist.

Kommende Aufführungstermine sind am 28. Februar sowie am 1., 3., 4., 7. und 9. März im Pferdestall auf Gut Wahnbek.

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