Keine Waffen in Kinderhände

Red Hand Day: An der KGS Rastede machen die Schülerinnen und Schüler ihren Protest mit roten Handabdrücken sichtbar und setzen so ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Von Kathrin Janout

„Jedes Kind verdient es, glücklich aufzuwachsen“, sagt Alicea Zender (13). Gerade hat die Achtklässlerin gemeinsam mit ihrer Freundin Benita (13) an der Aktion „Red Hand Day“ der AG Für den Frieden teilgenommen. Dazu ließ sie ihre Hand mit roter Farbe bemalen und drückte sie anschließend auf ein weißes Blatt Papier. Darunter hatte sie bereits ihren Namen geschrieben. Auf der hohen Leiter in der Eingangshalle nahm AG-Mitglied Viola Kuiper (15) den fertigen Abdruck entgegen und hängte ihn neben die anderen an die lange Leine. Im Minutentakt kommen weitere hinzu. Bis Dienstagmittag sollen es hunderte sein. „Mit dem Handabdruck spricht man sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten aus“, erklärt Lana Wenning. Die 20-Jährige ist bis zu ihrem Abitur im vergangenen Jahr Mitglied der AG gewesen, die diese Aktion des Kinderhilfswerks „terre des hommes“ nun zum zweiten Mal unterstützt. Unter 18-Jährige gehören nicht in die Armee, so die Aussage, „auch nicht in die Bundeswehr“, fügt Lana Wenning hinzu. Gewalttätige Computerspiele seien für Minderjährige verboten, aber 17-Jährige werden in der Bundeswehr dafür ausgebildet, tatsächlich einmal Menschen erschießen zu können, gibt sie zu Bedenken. „Das kann doch nicht sein!“

Viola Kuiper (15) hängt die Handabdrücke im Foyer auf | Foto: Janout

„Rund 250 000 Kindersoldaten und -soldatinnen werden in mindestens 20 Ländern zum Kämpfen gezwungen oder als Spione, Lastenträger und Sexsklaven missbraucht“, ist auf der Internetseite von „terre des homme“ zu lesen. In viele dieser Länder liefere Deutschland Waffen. „Kindersoldatinnen und Kindersoldaten brauchen Freiheit, Frieden, Hilfe bei der Bewältigung ihrer Traumata und Bildung – aber keine deutschen Waffen“, heißt es weiter. Dessen ist sich auch Alicea Zender bewusst: „Wenn die Kinder überhaupt lebend aus der Sache rauskommen, müssen sie für immer damit leben“, sagt sie mitfühlend. Deshalb sei der „Red Hand Day“ eine wichtige Aktion, um darauf aufmerksam zu machen.

Der Andrang am Stand der AG ist bereits in der ersten großen Pause riesig. „Viele Lehrer haben im Vorfeld mit ihren Klassen darüber gesprochen“, weiß AG-Leiter Michael Luttmer. Deshalb wollen die Schüler mitmachen. „Man kann nicht einfach zusehen, was da passiert.“ Es gehe um Frieden für alle – „und vor allem für die Schwächsten der Schwachen: die Kinder.“

 

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