Stiefmütterlicher Umgang soll ein Ende haben

Gestern stellte Dr. Friedrich Scheele Grundzüge eines kulturhistorischen Strategiekonzepts im Kultur- und Sportausschuss vor. Scheele konnte auf bereits eingeworbene Fördermittel verweisen, konkrete Maßnahmen nannte er aber nicht.

Von Britta Lübbers

Seit April ist der Historiker bei der Residenzort Rastede (RR) GmbH beschäftigt. Er soll ein kulturhistorisches Konzept für die Gemeinde entwickeln, wobei der Schwerpunkt auf dem Schlosspark-Areal liegt (wir berichteten).

Dieser Bereich sei von großer städtebaulicher Bedeutung und zeige alle Facetten eines touristischen Glanzpunktes. „Aber ist uns diese Einzigartigkeit auch bewusst?“, fragte Scheele in die Runde und zeigte Aufnahmen der maroden Fenster im Palais-Gebäude. Er vermisse ein Leitbild für das Kommunalmanagement, so der ehemalige Museumsdirektor weiter. „Es gibt die Marke Residenzort und dazu ein Logo, mehr aber nicht“, sagte er und unterstrich, dass Kultur ein wichtiger Teil der Gemeindeentwicklung sei.

Im Bereich Kulturförderung konnte Scheele auf Erfolge verweisen. Das Land Niedersachsen hat dem Palais 40 000 Euro für eine verbesserte LED-Ausstattung bewilligt. Eine Landesförderung für die denkmalgerechte Sanierung der Fenster im Palais-Gebäude (Fördervolumen: 80 000 Euro, Zweidrittel würde das Land tragen) ist in Vorbereitung, ebenso die denkmalgerechte Heizungssanierung (Fördervolumen: ca. 45 000 Euro). Zudem liegt der Förderbescheid für den Pflege- und Entwicklungsplan für den Schlosspark vor (Fördersumme: 70 000 Euro). Hier hatte der Geschäftsführer der RR GmbH Robert Lohkamp die Vorarbeit geleistet.

Wichtiges Ziel von Kulturpolitik müsse die Sicherung der kulturellen Vielfalt sein, erklärte Friedrich Scheele. Das schließe aber nicht aus, die Großveranstaltungen in Rastede neu zu bewerten.

„Wir haben die Kultur in den vergangenen Jahren stiefmütterlich behandelt und unseren Fokus mehr auf den Sport gelegt“, erklärte Rainer Meyer (SPD).

„Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen“, bekannte Dr. Sabine Eyting (Grüne). Die Kultur sei zu kurz gekommen, und jetzt habe die Gemeinde ein enges Finanzkorsett. Die Veranstaltungen der RR GmbH seien historisch gewachsen und hätten ihre Berechtigung. „Aber es ist ein Füllhorn von Ereignissen geworden und manches wirkt beliebig“, so Eyting weiter. Genau wie Rainer Meyer sprach sie sich dafür aus, Großveranstaltungen auf den Prüfstand zu stellen.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht und einen Kommentar in der nächsten rasteder rundschau.

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