Fachausschuss macht Tempo bei Kinderbetreuung

Der Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss beschäftigte sich gestern zum zweiten Mal in diesem Monat mit dem Thema Kitas. In der Gemeinde Rastede fehlen rund 200 Kinderbetreuungsplätze. Modulanlagen für zwei Kindergartengruppen an der Feldbreite in Rastede und an der Sandbergstraße in Wahnbek sollen Abhilfe schaffen. In Wahnbek will die Gemeinde zudem ein festes Krippengebäude errichten. Jan Hoffmann (Grüne) enthielt sich.

Von Britta Lübbers

Oliver Ohlenbusch vom Büro gruppeomp erläuterte das Modulkonzept. Wie berichtet umfasst eine Anlage 20 Module, in denen jeweils bis zu 25 Kinder betreut werden können. Kosten pro Anlage: ca. 1,02 Millionen Euro. Über Mengenrabatt könne die Gemeinde aber deutliche Einsparungen erzielen. Ohlenbusch sprach von einem engen Zeitkorsett. Die Bauten sollen zum 31. März 2018 stehen.

Jöran Gertje (SPD) unterstrich, dass es wichtig sei, in frühkindliche Bildung zu investieren. Sylke Heilker (CDU) lobte „die optisch und architektonisch ansprechende“ Planung. „Wir machen jungen Familien ein gutes Angebot“, fügte sie hinzu. „Wir werden familienorientiert, Engpässe werden ausgeräumt“, erklärte Jan Hoffmann (Grüne). Auch Evelyn Fisbeck (FDP) begrüßte die „detailreichen Pläne“. Der Ausschuss stimmte geschlossen zu.

Zudem soll in Wahnbek eine Kinderkrippe in Festbauweise errichtet werden. Manfred Burrichter von der Planungsgruppe Ammerland erklärte das Vorhaben. Die Krippe werde großzügig konstruiert, so dass auch eine spätere Nutzung als Kindergarten möglich sei. Burrichter stellte gestern eine modifizierte Version vor, in der z.B. der Speiseraum größer ausfällt. „Mehr Haupt-, weniger Nebennutzfläche“, so brachte er die Änderungen auf den Punkt. Das Krippengebäude soll ca. 1,5 Millionen Euro kosten. Baubeginn wird Ende 2017 sein, die Fertigstellung ist für den Spätsommer 2018 geplant. Die Gesamtkosten für die Kitas belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro.

Für Irritationen sorgte Jan Hoffmann (Grüne). Er bezeichnete das Krippengebäude als überdimensioniert und forderte in einem Änderungsantrag, die Pläne auf den Prüfstand zu stellen und abgespeckter zu denken. „Wir haben Verantwortung für unsere Kinder, aber auch für unseren Haushalt.“ Manfred Burrichter wandte ein, dass bei Beibehaltung der auch von den Grünen geforderten Mitarbeiter- und Bewegungsräume höchsten 50 000 Euro einzusparen wären. Daraufhin schlug Hoffmann vor, sich an den bestehenden Krippen zu orientieren und die Erweiterungsoption aufzugeben. Nicht einmal sein Fraktionskollege Eckhard Roese folgte der Idee, auch die CDU, mit der die Grünen eine Mehrheitsgruppe bilden, stimmte dagegen.

„Das Thema liegt seit Mai auf dem Tisch, ich hätte mir gewünscht, Sie hätten Ihre Bedenken früher entwickelt“, erklärte der Ausschuss-Vorsitzende Horst Segebade (SPD) und machte darauf aufmerksam, dass eine Neuplanung schon aus Zeitgründen kaum zu schaffen wäre. Nur Hoffmann selbst stimmte für seinen Änderungsantrag und enthielt sich dann bei der Abstimmung über den ursprünglichen Beschlussvorschlag, der von den anderen Ausschuss-Mitgliedern befürwortet wurde.

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